balkan black box

Europe next door – Evropa preko plota

Regie: Želimir Žilnik; 60 Min., SCG 2005 (OmU)
Wettbewerb: Panorama Dokumentarfilm

babylon berlin:mitte, Mo, 20.11.2006 um 18:15 Uhr
Brotfabrik Kino, Di, 21.11.2006 um 18:00 Uhr
ACUDkino, Fr, 24.11.2006 um 22:00 Uhr

Lebensbedingungen der Landbevölkerung in der serbischen Region Vojvodina an der Grenze zu Ungarn nach dem EU-Beitritt Ungarns des Nachbarlandes.

Mitwirkende: Roko Babièkoviæ, Suzana Vukoviæ, Ana Vilov, Slavica Vraèariæ, Istvan Levai, Tereza Cetina u.v.a.m.

Der Film wurde im Zeitraum von Sommer 2004 bis Frühling 2005 gedreht. Er verfolgt die Auswirkungen des Schengener Abkommens auf die ungarisch-serbische Grenze. Die Hauptcharaktere sind Markt- und Schwarzhändler aus Subotica, die während des letzten Jahrzehnts täglich den Grenzübergang Kelebia überschritten haben und aus Ungarn Benzin, elektro-technische Waren, Kleidung und Essen überführt haben.

Durch den Anschluss von Ungarn an die EU und die dadurch notwendig gewordenen Visa ist die Kommunikation erschwert. Zunächst haben große Supermarketten wie Metro, Cora und andere ihre Hallen knapp an der Grenze errichtet und Waren mit ablaufendem Datum billiger verkauft. Seit Herbst 2004, als in Ungarn das Referendum abgehalten wurde und die ungarischen Minderheiten aus den benachbarten Staaten die EU-Staatsbürgerschaft nicht bekommen haben, nahm der Handel und Verkehr ab, wobei große Supermärkte nun auch in Serbien errichtet werden.

Die Händler und Schwarzhändler wenden sich an die lokalen Bauern, um mit ihnen die Versorgung zu organisieren. Die Bauernhöfe sind heruntergekommen und verarmt, der Handel ist Teil einer reinen Überlebensstrategie.

Der Film im Stil eines Dokudramas gibt interessanten und expressiven Persönlichkeiten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Stellungnahmen preiszugeben und zu zeigen, wie sie leben und arbeiten. Im Blickfeld sind registrierte und dramatische Momente politischer Proteste der Markthändler, ebenso wie die Organisation des „Heiratsgeschäftes“ rund um den Kampf für Papiere.

Drehbuch und Regie: Želimir Žilnik
Kamera: Miodrag Miloseviæ, Jovan Milinov
Ton: Marko Cvejiæ
Musik: Robert Tili
Schnitt: Marin Maleseviæ